Umfrage zum Architekturexport

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Umfrage zum Architekturexport

Warum in die Ferne schweifen? - Umfrage zum Thema Architekturexport im Dezember 2007 / Januar 2008
Netzwerk Architekturexport NAX 12.02.2008

Grenzüberschreitend tätige deutsche  Architekten wählen lieber die relativ kurzen europäischen Wege als den Sprung auf ferne Kontinente.

Bei „Architekturexport“ mag man zunächst an China oder Dubai denken – doch in der Praxis findet er vor allem vor der Haustür statt. Europäische Länder als Projektstandorte sind für doppelt so viele Architekten interessant wie Ostasien, die USA oder die Emirate am Golf. Das ergab eine Umfrage des Netzwerks Architekturexport, zu der im Dezember das Deutsche Architektenblatt und das Baunetz aufgerufen hatten. Über 200 Antworten konnten ausgewertet werden.

In der EU unterscheiden sich die Architekten-Vorlieben zwischen West und Ost kaum: 63 Prozent der Befragten finden die „alten“ EU-Staaten interessant, 58 Prozent die neuen.  Deutlich niedriger liegt mit knapp einem Drittel Zustimmung die Attraktivität Russlands und der anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion (GUS) und die Arabische Liga. China liegt in der Attraktivität mit rund einem Viertel Zustimmung auf dem gleichen Platz wie die USA und Kanada.

Die größten Hindernisse bei der Umsetzung von Auslandsprojekten sind nach Angaben von Personen, die bereits Auslandsprojekte durchgeführt haben, rechtlicher Natur oder werden durch Behörden vor Ort verursacht. Auch ein Mangel an geeigneten Kooperationspartnern begrenzt die Chancen deutscher Architekten im Ausland.

Ein Mangel an geeigneten Mitarbeitern gibt es dagegen selten. Allen Unkenrufen zum Trotz scheinen Absolventen aus Deutschland gut ausgebildet und international erfahren zu sein. Probleme bei der Berufsanerkennung im Ausland wurden nur von einem Fünftel der Befragten als Hindernis angeben. Hier scheinen der europäische Binnenmarkt und multilateralen Handelsabkommen gut zu funktionieren.

Die Chancen und organisatorischen Fähigkeiten des eigenen Büros zur Akquisition und Durchführung ausländischer Projekte werden von den Befragten insgesamt zurückhaltend bewertet. Dabei schätzen auslandserfahrene Architekten die eigenen Chancen und organisatorischen Fähigkeiten deutlich höher ein als Architekten ohne Auslandserfahrung. Ebenso bewerten Inhaber größerer Büros dieser besser als Inhaber kleinerer Büros.

Mit rund 90 Prozent ist die Bereitschaft sehr groß, sich mit in- und ausländischen Architekten zusammenschließen, um gemeinsam zu akquirieren und Projekte zu bearbeiten,. Dreiviertel der Befragten halten auch Kooperationen mit Unternehmen der Bauprodukthersteller für aussichtsreich, um Kontakte herzustellen und zu akquirieren. 60 Prozent der Befragten würden einen angemessenen Betrag investieren, um im Rahmen einer organisierten Unternehmerreise oder einem gemeinschaftlichen Messeauftritt potenzielle neue Aufgabenbereiche und Geschäftspartner im Ausland kennenzulernen. Auch hier ist die Bereitschaft bei Inhabern größerer Büros höher als bei Inhabern kleinerer Büros.

Vierzig Prozent der Befragte haben übrigens noch nicht im Ausland gearbeitet. Der Mehrheit dieser Befragten sind die Angebote des NAX nicht bekannt. Architekten mit Auslandserfahrung kennen dagegen deutlich häufiger als ihre Kollegen ohne Auslandserfahrung das Angebot des Netzwerks und sehen es durchgängig deutlich häufiger als sinnvoll an. Auch sind die Angebote des NAX in größeren Büros bekannter als in kleineren. Alle Angebote werden in größeren Büros positiver beurteilt als in kleineren.

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